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Strompreis 2027: was sich bei Netzentgelten, Umlagen und Steuern ändert

Wie teuer Strom 2027 wird, entscheidet sich im Herbst 2026: Anfang Oktober veröffentlichen die Netzbetreiber ihre vorläufigen Netzentgelte, Ende Oktober folgen die Umlagen. Einiges steht schon fest, anderes hängt noch am Bundeshaushalt. Ein Überblick über den Stand Ende September 2026.

Wie sich die Preise Monat für Monat entwickeln: Strompreis-Monatsberichte.

Ausgangslage: der Strompreis 2026

Nach der Strompreisanalyse des BDEW (August 2026) zahlen Haushalte 2026 im Schnitt 37,0 ct/kWh. Davon entfallen 15,2 ct auf Beschaffung und Vertrieb, 9,2 ct auf Netzentgelte und 12,6 ct auf Steuern, Abgaben und Umlagen. Die Netzentgelte sind gegenüber 2025 um 1,7 ct/kWh gesunken, weil der Bund die Kosten der Übertragungsnetze 2026 mit 6,5 Milliarden Euro bezuschusst.

Jeder dieser drei Blöcke entwickelt sich 2027 anders: Bei den Netzentgelten und Umlagen stehen die Zahlen im Oktober fest, beim Energiepreis entscheidet jeder Lieferant selbst, wann und wie stark er Veränderungen am Großhandelsmarkt weitergibt.

Netzentgelte: weniger Zuschuss vom Bund

Im Regierungsentwurf für den Klima- und Transformationsfonds ist der Zuschuss für 2027 mit rund 5,5 Milliarden Euro angesetzt, etwa eine Milliarde weniger als 2026. Der Bundestag muss den Haushalt noch beschließen, die Summe kann sich also ändern.

Das Vergleichsportal Verivox schätzt, dass eine Milliarde Euro weniger Zuschuss die Netzentgelte um etwa 0,25 ct/kWh netto erhöht. Für einen Haushalt mit 4.000 kWh wären das rund 12 Euro im Jahr, für einen Singlehaushalt mit 1.500 kWh rund 5 Euro.

Daneben ändern sich die Entgelte der regionalen Verteilnetzbetreiber, und zwar je nach Netzgebiet unterschiedlich stark. Die Übertragungsnetzbetreiber veröffentlichen ihre vorläufigen Entgelte zum 1. Oktober, die Verteilnetzbetreiber bis zum 15. Oktober 2026; endgültig gelten die Preisblätter ab 1. Januar 2027.

Umlagen und Steuern

Die Übertragungsnetzbetreiber geben die Umlagen für 2027 bis zum 25. Oktober 2026 bekannt. 2026 gelten:

Umlage 2026ct/kWh (netto)
Aufschlag für besondere Netznutzung (§ 19 StromNEV)1,559
Offshore-Netzumlage0,941
KWKG-Umlage0,446

Die EEG-Umlage bleibt abgeschafft; die Förderung erneuerbarer Energien wird weiter aus dem Bundeshaushalt bezahlt, für 2027 sind dafür rund 16,5 Milliarden Euro eingeplant. Die Stromsteuer bleibt für Haushalte bei 2,05 ct/kWh; die Senkung auf den EU-Mindestsatz gilt weiterhin nur für das produzierende Gewerbe und die Land- und Forstwirtschaft.

Beschaffung: der unsicherste Teil

Den größten Unterschied zwischen den Tarifen macht der Einkaufspreis der Lieferanten. Der BDEW weist in seiner Herbstanalyse darauf hin, dass die Großhandelspreise nach dem Iran-Konflikt gestiegen sind und der Druck am Neukundenmarkt ankommt. Das Portal Stromauskunft beobachtet einen Anstieg der günstigsten Neukundentarife von knapp 24 ct/kWh im Januar auf knapp 30 ct/kWh Ende September 2026.

Viele Lieferanten kaufen ihren Strom über Monate und Jahre im Voraus. Kurzfristige Ausschläge wirken sich deshalb bei Bestandskunden langsamer aus als bei neuen Verträgen — nach oben wie nach unten. Eine belastbare Zahl für den Durchschnittspreis 2027 gibt es derzeit nicht; wer eine nennt, rät.

Wie sich der Börsenpreis aktuell entwickelt, zeigen der Preisverlauf und die Monatsberichte.

Was das für Ihre Rechnung bedeutet

Für einen Haushalt mit 3.500 kWh lässt sich nur der Effekt des Netzzuschusses grob beziffern:

PostenWirkung 2027
Geringerer Netzzuschuss, rund +0,25 ct/kWh netto × 3.500 kWhrund +9 € netto, mit MwSt. rund +10 €
Stromsteuerunverändert
Umlagenoffen (Bekanntgabe bis 25.10.2026)
Beschaffungabhängig vom Vertrag und Einkaufszeitpunkt

Die staatlich beeinflussten Bestandteile dürften 2027 also nur leicht steigen. Ob die Rechnung spürbar teurer wird, entscheidet vor allem der Energiepreis Ihres Lieferanten. Kündigt er eine Erhöhung an, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht — wie ein Wechsel funktioniert, steht unter Stromanbieter wechseln. Wer einen neuen Vertrag abschließt, sollte auf eine Preisgarantie für die Laufzeit achten.

Wichtig ist auch, was eine Preisgarantie genau abdeckt. Eine eingeschränkte Garantie schützt nur vor Änderungen des Energiepreises, nicht vor steigenden Netzentgelten, Umlagen oder Steuern. Eine volle Preisgarantie umfasst auch diese Bestandteile — mit Ausnahme der Mehrwertsteuer. Da gerade die Netzentgelte 2027 regional unterschiedlich ausfallen, lohnt es sich, im Oktober einen Blick auf das Preisblatt Ihres Netzbetreibers zu werfen. Wer in der Grundversorgung ist, wird von Preisänderungen zum Jahreswechsel meist direkt betroffen, kann aber jederzeit mit zwei Wochen Frist wechseln.

Häufige Fragen

Wird Strom 2027 teurer?

Die staatlichen Bestandteile steigen nach heutigem Stand nur leicht, vor allem durch den geringeren Netzzuschuss. Entscheidend ist der Einkaufspreis Ihres Lieferanten, der sich noch nicht verlässlich vorhersagen lässt.

Wann werden die Netzentgelte für 2027 veröffentlicht?

Die vorläufigen Entgelte der Übertragungsnetzbetreiber zum 1. Oktober, die der Verteilnetzbetreiber bis 15. Oktober 2026. Endgültig gelten sie ab 1. Januar 2027.

Sinkt die Stromsteuer 2027 für Haushalte?

Nach aktueller Planung nein. Sie bleibt bei 2,05 ct/kWh; nur Industrie und Landwirtschaft zahlen den reduzierten Satz.

Gibt es 2027 wieder eine EEG-Umlage?

Nein. Die Förderung erneuerbarer Energien wird weiter aus dem Bundeshaushalt finanziert.

Quellen

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