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Stromanbieter wechseln: so geht es und so viel lässt sich sparen

Ein Wechsel des Stromanbieters dauert am Computer etwa eine Viertelstunde, kostet nichts und unterbricht die Versorgung nicht. Wer noch in der Grundversorgung ist, zahlt oft mehrere hundert Euro im Jahr zu viel. Worauf es beim Wechsel ankommt, zeigt dieser Überblick.

Wie sich die Preise zuletzt entwickelt haben: Strompreis-Monatsberichte.

Warum sich ein Blick auf den Vertrag lohnt

Wer nie aktiv einen Stromvertrag abgeschlossen hat, wird vom örtlichen Grundversorger beliefert. Dieser Tarif ist flexibel, aber meist teuer. Laut dem Vergleichsportal Stromauskunft lag der durchschnittliche Preis in der Grundversorgung Ende September 2026 bei rund 40 ct/kWh, der günstigste Neukundentarif im bundesweiten Durchschnitt bei knapp 30 ct/kWh — jeweils inklusive Grundpreis umgerechnet auf 3.500 kWh Jahresverbrauch.

Auch Bestandskunden, deren Vertrag nach der Erstlaufzeit einfach weiterläuft, zahlen oft mehr als Neukunden. Ein Vergleich einmal im Jahr, etwa nach der Jahresabrechnung, ist deshalb sinnvoll.

Beim Vergleich über Portale lohnt ein Blick auf die Voreinstellungen. Häufig werden Neukundenboni in den Jahrespreis eingerechnet, obwohl sie nur einmal gezahlt werden. Stellen Sie den Filter so ein, dass Boni nicht eingerechnet werden, und vergleichen Sie den Preis, den Sie im zweiten Vertragsjahr zahlen würden. Sinnvoll sind außerdem Filter für eine Preisgarantie und eine kurze Kündigungsfrist. Und: Geben Sie Ihren tatsächlichen Verbrauch ein, nicht einen Standardwert. Bei einem hohen Grundpreis und niedrigem Arbeitspreis profitieren Vielverbraucher, bei kleinem Verbrauch ist oft der umgekehrte Tarif günstiger. Auch bei einem Umzug ist der richtige Moment für einen Vergleich: Wer sich in der neuen Wohnung nicht um einen Vertrag kümmert, landet automatisch in der teuren Ersatz- oder Grundversorgung.

So läuft der Wechsel ab

  • 1. Verbrauch und Zählernummer heraussuchen: Beides steht auf der letzten Jahresabrechnung, ebenso die Marktlokations-ID, die der neue Lieferant bevorzugt nutzt.
  • 2. Tarife vergleichen: über ein Vergleichsportal oder direkt beim Anbieter, mit Ihrer Postleitzahl und Ihrem tatsächlichen Verbrauch.
  • 3. Vertrag abschließen: Name, Adresse, Zählernummer, bisheriger Lieferant und Kundennummer angeben.
  • 4. Der neue Anbieter kündigt: Im Regelfall übernimmt er die Kündigung beim alten Lieferanten.
  • 5. Zählerstand notieren: am Tag des Lieferbeginns, als Beleg für die Schlussrechnung.

Seit dem 6. Juni 2025 muss der technische Wechsel nach Angaben der Bundesnetzagentur innerhalb von 24 Stunden an jedem Werktag möglich sein. Das betrifft aber nur die Abwicklung zwischen den Unternehmen — die Kündigungsfristen Ihres bisherigen Vertrags gelten weiter.

Die Versorgung ist in keinem Fall gefährdet: Kommt es zu Verzögerungen, liefert der bisherige Anbieter oder der Grundversorger weiter. Kündigung und Wechsel sind für Haushaltskunden kostenfrei.

Fristen und Sonderkündigungsrecht

Aus der Grundversorgung können Sie laut Bundesnetzagentur jederzeit mit einer Frist von zwei Wochen kündigen. Bei Sonderverträgen gilt die vereinbarte Laufzeit und Kündigungsfrist.

Erhöht Ihr Anbieter die Preise, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht, egal ob Grundversorgung oder Sondervertrag. Der Anbieter muss Sie vorab über die Änderung informieren; kündigen können Sie zu dem Zeitpunkt, an dem die neuen Preise gelten würden.

Worauf Sie beim neuen Tarif achten sollten

Die Verbraucherzentrale empfiehlt einige einfache Regeln:

  • Laufzeit nicht länger als ein Jahr, Kündigungsfrist nicht länger als einen Monat.
  • Preisgarantie für die Laufzeit bevorzugen; prüfen, welche Preisbestandteile sie umfasst.
  • Keine Vorkasse und keine Pakettarife mit vorab festgelegter Strommenge — bei einer Insolvenz des Anbieters ist das Geld sonst weg.
  • Boni nur als Zugabe sehen: Entscheidend ist der Preis im zweiten Jahr, falls Sie nicht erneut wechseln.

Wer ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe hat, sollte zusätzlich einen dynamischen Stromtarif prüfen. Dafür ist ein Smart Meter nötig — mehr dazu im Artikel Smart Meter: Pflicht und Kosten.

Beispielrechnung: Wechsel aus der Grundversorgung

Ein Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch zahlt mit den Durchschnittswerten von Ende September 2026:

TarifPreis pro kWh (inkl. Grundpreis)Kosten pro Jahr
Grundversorgungrund 40,4 ctrund 1.413 €
Günstiger Neukundentarifrund 29,9 ctrund 1.047 €
Ersparnisrund 366 € (etwa 26 %)

Das ist ein bundesweiter Durchschnitt, regional weichen die Preise deutlich ab. Außerdem sind die Neukundenpreise 2026 im Jahresverlauf gestiegen; wer heute abschließt, sollte auf eine Preisgarantie achten. Wer weniger verbraucht, spart in Euro entsprechend weniger — wie viel ein Haushalt Ihrer Größe typischerweise braucht, steht im Artikel Stromverbrauch im Haushalt.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Stromanbieterwechsel?

Technisch seit Juni 2025 höchstens 24 Stunden. Wann der neue Vertrag beginnt, hängt von der Kündigungsfrist des alten Vertrags ab, in der Grundversorgung sind es zwei Wochen.

Kann mir beim Wechsel der Strom abgestellt werden?

Nein. Bei Verzögerungen liefert der bisherige Anbieter oder der Grundversorger weiter.

Muss ich meinen alten Vertrag selbst kündigen?

In der Regel nicht. Der neue Lieferant übernimmt die Kündigung, wenn Sie ihn damit beauftragen.

Kostet der Wechsel etwas?

Nein. Kündigung und Lieferantenwechsel sind für Haushaltskunden kostenfrei.

Quellen

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